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Die Beziehung ist dem Singledasein sein Tod

Mit dem Singledasein ist es ein bisschen wie mit der Schule. Als wir noch Schüler waren, hat es uns total angekotzt und wir konnten es kaum abwarten, die Penne zu verlassen, aber als wir dann das vertraute Klassenzimmer mit all den Kumpels eingetauscht haben gegen ein stickiges Büro mit irgendeinem Erbsenzähler, sehnten wir uns doch alle zurück an die Zeiten, die morgens um 7.50 Uhr begannen und in der wir uns in 45minütigen Abständen von Pause zu Pause hangelten.

Mit dem Singledasein verhält es sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht anders. Zugegeben, nach einer langen Trockenperiode ist der Beginn einer Beziehung was wunderschönes. Man könnte es treffend mit einer Oase in der Wüste vergleichen. Dem Tode schon fast geweiht, genießt man plötzlich die erfrischende und erquickende Wirkung des Wassers und zeigt den, auf den Bäumen wartenden Aasgeiern voller Stolz den Stinkefinger. Aber schon nach einer Weile hat man die Nase voll vom Wasser und hätte vielleicht lieber ein kühles, frische Bier.

Echter Körper statt Pornofilm


Sexuell gesehen ist so eine Beziehung sicherlich schon ein Fortschritt. Der nackte weibliche Körper der sich vor einem Mann sexy auf dem Bettlaken räkelt ist echt und nicht etwa die 2000. Wiederholung von „Feuchte Teenieträume Teil 7“ und sicherlich ist es sowohl für Männer und Frauen äußerst befriedigend und dies im doppelten Sinne, zum Orgasmus zu kommen, ganz ohne Handarbeit.

Der Sex an sich ist allerdings nicht das wirkliche Indiz dafür, nicht mehr Single zu sein. Denn dafür hat uns die Geilheit den One Night Stand erfunden, der bei Männer, die minutenkampfspritzermäßig ihre Spermatozyten gieskannenartig über den gesamten Genpool verteilen, das Selbstvertrauen schüren und bei Frauen dazu führen sich in irgendwelchen Internetportalen darüber auszukotzen wie Scheiße doch die Männer sind, denen sie nach zwei Cocktails die Liebesstelzen geöffnet haben, ohne auch nur den Nachnamen der Typen zu kennen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Rosamunde Pilcher statt Bier mit den Kumpels

Der Verlust des Singledasein zeichnet sich vor allem in einem veränderten Freizeitverhalten ab. Statt einem Bier mit den Kumpels folgt am Samstag auf die Sportschau eine Rosamunde-Pilcher-Schmonzette auf RTL, in der wieder irgendein Horst irgendeiner Inge an irgendeiner Klippe im britischen Cornwall irgendeinen Seitensprung mit irgendeiner Praktikantin in irgendeiner Firma gesteht. Auf Partys wird nicht mehr wild rumgeflirtet und den weiblichen Partygästen in den Ausschnitt geguckt. Man fasst ihnen auch nicht mehr volltrunken an den Hintern und schreit dann „Ein kleiner Grabscher für einen Mann, aber einen Riesenarsch für die Männlichkeit“. Auch mit den Saufspielchen ist es vorbei. Statt Porno-Wodka bis zum Abwinken gibt es Club-Soda bis die Blase platzt. Und die Frau mit der man(n) danach nach Hause geht ist plötzlich immer die selbe, naja.......jedenfalls sollte dies der Fall sein, sonst könnten Schmerzen die Folge sein.

Auch der Inhalt des Kühlschranks könnte durchaus als Beweismittel greifen, dass es in einer Beziehung mit der Selbstbestimmung der Ernährung vorerst ein Ende hat. Statt einem Sixpack mit Bier und einem Dreipack TK-Pizza vom Aldi dominieren nun Sachen wie Mineralwasser, Gemüse und Lightprodukte die Lebensmittelkühlungseinheit. Vorbei die Zeiten, in denen man nachts volltrunken nach Hause wankt und sich dann noch die Pizza vom Vortag in die Micro wuppt, wohlwissend, dass man diese mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wenige Minuten nach dem Genuss neben die Kloschüssel reihert.

Das Erreichen des SSP

Im weiteren Verlauf einer Beziehung ist auch einer Veränderung des Wortlautes und der Klanghöhe zu vernehmen wenn es um Gesprächen mit oder um den Partner oder die Partnerin geht. Solange die rosa Brille auf den Glupschern klebt wird liebevolle gesäuselt was für ein toller Hecht doch das Bärchen, das Schatzi oder der Schnuckiputz doch ist, doch kaum sind die ersten Risse und Kratzer auf der schwul wirkenden Sehhilfe zu bemerken, kommen dann doch eher abfällige Bemerkungen was für ein Arsch der Sack doch sei.

Dies ist dann genau der Punkt, den man in der Psychologie als „SSP“ bezeichnet, den Singledaseins-Sehnsuchts-Punkt. Plötzlich sehnt man sich wieder danach autark zu sein und blickt wehmütig, mit einer Träne im Knopfloch zurück an die glücklichen Zeiten als Single, welche man als Single verflucht hat und nun gerne wieder hätte, denn „Die Beziehung ist dem Singledasein sein Tod“.

 

Danke fürs Reinschauen emotion

21.12.09 19:01

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