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Shopping - Welcome to hell

Für den Mann beginnt die Hölle auf Erden mit fünf Worten seiner Partnerin – „Schatz, ich habe nichts anzuziehen“. Sollte ihr Boss schon lange mal von ihnen Überstunden gefordert haben, dies ist der richtige Zeitpunkt für längere Zeiten im Büro. Haben sie schon länger ihre Oma im Altersheim nicht besucht? Jetzt sollten sie es tun? Die Steuererklärung der letzten drei Jahren – jetzt könnten sie das endlich mal erledigen.  

Sollten sie keine Überstunden machen können, ihre Oma schon längst tot sein und auch die Steuererklärungen schon längst beim Finanzamt liegen – tja, dann sind sie echt gearscht.  

All das ist ein Riesenspaß im Vergleich zu dem, was ihnen bei Shopping mit ihrer Partnerin bevorsteht. Auch ein „Schatz, du hast doch erst vor zwei Wochen dieses neue Kleid gekauft, darin siehst du einfach wahnsinnig aus und die neuen Schuhen passen perfekt dazu“, hilft ihnen nun nicht mehr aus der Patsche.

Shopping ist wie Sex 


Männer und Frauen haben eine völlige unterschiedliche Auffassung von Shopping. Es ist vergleichbar mit Sex. Für Männer gilt: Schnell rein, Zeug erledigen und schnell wieder raus. Frauen hingegen, fühlen sich erst nach Stunden so richtig befriedigt. Es ist für sie wie eine Droge, deren Rausch erst mit der Zeit kommt und damit endet, das er aussieht wie ein vollgepacktes peruanisches Alpaka, sie ein Lächeln von Ohrring zu Ohrring trägt und er hofft, das ihm morgen beim Tanken nicht die Kreditkarte zerschnitten wird.

Wenn Männer einkaufen, dann ist das ein planvolles Unterfangen. Detailiert wird aufgeschrieben, was eingekauft werden muss, der schnellstmögliche Weg wird aufgezeichnet und schon Tage vorher wird beobachtet, bei welcher Kassiererin die Schlange am schnellsten abgearbeitet wird. Die Rollen des Einkaufswagen werden vorher geölt und damit ja nix schiefgeht, werden diese vorher noch einmal gut festgeschraubt. Es darf nichts Unvorhergesehenes passieren, was den Aufenthalt auch nur Ansatzweise verlängern könnte.

Frauen sind das krasse Gegenteil. Sie wissen nicht was sie brauchen, nur das sie was wollen. Also fängt man von vorne an und arbeitet sich langsam bis zum letzten Laden in der Shoppingmeile.

Die Frau beginnt normalerweise mit der Parfümerie. Hier sollte man entweder eine gute Lunge oder eine Gasmaske aus dem Army-Shop haben.

Atemnot in der Parfüm-Abteilung 


Haben sie sich schon einmal gefragt, warum Frauen immer mit kurz- oder weitärmeligen Sachen in eine Parfümerie gehen? Die Erklärung ist ganz einfach: Jeder einzelne Quadratzentimeter Haut wird für Duftproben benötigt. Unter 17 Probespritzern verlässt eine Frau niemals eine Parfümerie, es wäre reine Zeit- und Hautverschwendung. Wenn Mann mit schwerer Atemnot, umhüllt von einer Duftwolke aus Dutzenden von Frauendüften, sehnsüchtig Richtung Ausgang blickt, die Gesichtsfarbe schon einen leicht bläulichen Ton bekommt, kalter Schweiß auf der Stirn steht und auch der Magen sich schon das ein oder andere Mal umgedreht hat, dann, genau dann ist der Moment gekommen, wo sich Frau im Paradies fühlt.

 Wenn sie in diesem Moment mal so richtig pupsen müssen und der Meinung sind, das ihr kleiner leiser Schleicher in dem Nebelschleier von Dior, Chanel, Dolce & Gabbana, Armani & Co. untergehen wird – vergessen sie es. Wie eine Regenwolke im britischen Herbst fallen alle Gerüche zu Boden und nur noch ihre Duftnote regiert den Raum.

Das hätte zur Folge, das alles noch einmal von vorne losgeht. Wenn ihnen also ihr Leben lieb ist, kneifen sie ihren Arsch zusammen, als würde hinter ihnen eine Horde schwuler Matrosen nach sieben Monaten auf See stehen.

Nachdem sie aus der Parfümerie verduftet sind, fängt ihre Qual erst an, denn jetzt geht es zum Kleiderkauf.

 "Wie sehe ich aus?" Jetzt nur nichts falsch machen


Da Männer bekanntlich keinen Modegeschmack haben, greifen sie zum Erstbesten was ihnen passt, gehen zur Kasse, bezahlen und gehen. Frauen ticken da anders. Während sie damit beschäftigt ist, den halben Laden leerzuräumen, dürfen sie schon einmal die Umkleidekabine besetzen. Sie sollten diese Zeit der Ruhe nutzen, sie werden in den nächsten Stunden nicht all soviel davon haben.

Erfahrungsgemäß kommen Frauen immer mit ungefähr einem Dutzend Teilen mehr an, als sie in die Umkleidekabine nehmen dürfen, sie sollten deswegen schon einmal die Butlerstellung einnehmen.

Für den Tipp, den ich ihnen jetzt gebe, werden sie mir eines Tages noch einmal dankbar sein. Wenn ihre Partnerin aus der Umkleidekabine kommt, sich vor dem Spiegel dreht wie ein Figur auf einer Spieluhr und sie dann fragt: „Wie sehe ich aus?“ antworten sie nicht sofort. Eine sofortige Antwort würde als Lüge aufgefasst werden. Werfen sie ihrer Partnerin einen prüfenden Blick zu, bitten sie sie, sich noch einmal zu drehen, machen sie mit ihrem Kopf ein paar wertende Bewegungen und dann sagen sie: „Ich finde, du siehst darin fantastisch aus“.

Die Hölle beginnt im Schuhladen

Prägen sie sich diesen letzten Satz sehr gut ein. Selbst wenn ihre Holde in dem Kleid aussieht wie ein aufgeblähtes Schneehuhn oder das Michelin-Männchen, sagen sie einfach: „Ich finde du siehst darin fantastisch aus“. Der Klamottenkauf wird dadurch zwar nicht zeitsparender, aber nervenschonender. Sie können davon ausgehen, das sich Frauen nach drei Stunden des Kleider anprobierens immer für das erste Kleid im ersten Laden entscheiden werden.

Wenn sie glauben, das sie schon in Hölle sind – weit gefehlt, sie befinden sich gerade mal im Vestibül. Die Tore zur Hölle betreten sie mit dem Eingang des Schuhladens. Hier riecht es nicht nach Pech und Schwefel, sondern nach Leder und Käsefüße.

 Worin der Unterschied zwischen Klamotten- und Schuhekauf ist? Klamotten müssen zum Körper passen, Schuhe müssen zum Körper und zum Kleid passen. Eine Variable mehr, die befriedigt werden muss.

Wenn sie schlau waren, dann haben sie sich eine Thermoskanne mit Kaffee und etwas zum Lesen mitgenommen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dieses hervorzuholen, denn sie werden Zeit haben, viel Zeit.

Einfach der Duftwolke nach 


Auch beim Schuhkauf gilt. Behalten sie ihre Meinung für sich und loben sie die Frau für ihren guten Geschmack. Es wird dadurch nicht kürzer, aber schmerzloser. Und denken sie ja nicht dran, sich mit dem Schuhlöffel die Kimme zu kratzen, Fußpilz an den Hämorrhiden ist kein schöner Anblick.


Machen sie lieber etwas Krafttraining, powern sie ihre Muckies, denn es werden jetzt mindestens drei Tüten dazu kommen. Ach ja, sollten sie ihre Partnerin mal kurzzeitig aus den Augen verlieren, folgen sie einfach der Duftwolke.

Wenn sie wider Erwarten einen kurzen Zwischenstopp zur Essensaufnahme einlegen und großen Hunger haben, bestellen sie für beide mit, die Leute am Nachbartisch würden auch gerne binnen der nächsten 15 Minuten ihren Bestellung aufgeben. Kauen sie langsam, versuchen sie Zeit zu schinden.

Wenn sie schlau waren, habe sie nur den Minimalbetrag in die Parkuhr gesteckt. Überzeugen sie ihre Partnerin davon, jetzt besser den Endspurt einzulegen, bevor die Parkuhr abläuft, der Wagen abgeschleppt wird und man mit den vielen schönen neuen Sachen im Regen nach Hause laufen muss. Denn während Frauen in der Einkaufsmeile über eine beneidenswerte Kondition verfügen, so schwindet dieses sofort mit dem Verlassen.

Es gibt Lösungen

Wenn sie nach unzähligen Stunden der Pein, Qual und des Leidens endlich wieder nach Hause gekommen sind, glauben sie nicht, das ihnen ihre Partnerin aus Dankbarkeit etwas zu Essen macht. Nach dem sie die Tüten auf das Bett geworfen hat, wird sie ihr erster Weg zum Telefon führen, schließlich muss die beste Freundin über die neuesten Errungenschaften in Kenntnis gesetzt werden.

Bestellen sie sich am besten jetzt eine Pizza beim Lieferservice, holen sich ein Bier aus dem Kühlschrank und mit etwas Glück läuft noch die letzte halbe Stunde der Sportschau.

Und wenn ihre Partnerin das nächste Mal sagt: „Schatz, ich habe nix anzuziehen“, suchen sie sich einen Zweitjob, erfinden sie eine totkranke Tante oder helfen sie ihrem blöden Nachbarn bei der Steuererklärung.

Danke fürs Reinschauen

7.12.09 21:28

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