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Das Gesetz des Santiago oder Die Leiden des jungen S.

Es gibt Momente im Alltag, die lassen sich am Besten mit dem Gesetz des Santiago erklären. Das Gesetz des Santiago ist eine Abwandlung von Murphys Law, findet seine Anwendung aber hauptsächlich im Betätigungsfeld der käuflichen Erwerbung von Lebensmitteln und Dingen des alltäglichen Gebrauchs. Das Santiago'sche Gesetz besagt, dass, egal an welche Kasse man sich auch anstellt, genau an dieser Kasse etwas passieren wird, was ein zügiges Bezahlen und Verlassen des Kaufhauses unmöglich macht.

So müssen die Leute vor mir immer meinen, unbedingt was stornieren lassen zu müssen, nur weil sie mal wieder das Preisschild nicht gelesen haben und sich dann weigern, den teuereren, aber korrekten Preis zu bezahlen. Bis der Verkäufer des Monats, der als Anerkennung seiner Dienste den Stornoschlüssel an seinen Bund heften darf, endlich anmarschiert, sind schon mindestens fünf Minuten rum und mindesten dreimal hallte es schon "Storno Kasse 13 bitte".

Gefangen zwischen Suchtmitteln

Da man sich nicht in die Streitigkeiten von kurzsichtigen Kunden und genervten Kassiererinnen einmischen möchte, blickt man sich um und stellt entsetzt fest, man ist gefangen zwischen den ausgewähltesten Suchtmitteln, was gerade jetzt zu Beginn der Bademodenbodyshape-Phase nach den weihnachtlichen Fressorgien, die Qualen noch stärker werden lässt.

Von rechts oben lächelt dich Weinland von Haribo an, mit der Aufschrift "Kein Fett". Die Storck Schoko-Riesen lassen deine Backenzähne knirschen und in Gedanken ertappt man sich dabei, wie man die Überraschungs-Eier schüttelt um vielleicht einmal eines von diesen sagenumwobenen Siebten zu finden. Sanft streichelt die Hand über die diversen Schokoriegel in der Auslage, aber nein, "In vier Monaten ist Badesaison, reiß' dich zusammen".

Die Ankunft des Stornomannes

Nach dem auch das Kaugummisortiment genauestens beäugt wurde, trifft auch endlich der Stornomann ein. Nach einem einigermaßen reibungslosen Geldtransfers des Renterpaares vor mir an der Kasse, freue ich mich schon wie ein Schnitzel in der Friteuse auf einen schnellen Tausch Bargeld gegen Ware. Aber zu meinem Erstaunen macht die Kassiererin keinerlei Anstalten, diese Transaktion tätigen zu wollen. Vielmehr lautet die Devise: Kollegin, übernehmen Sie.

Nun ist das ja heute nicht mehr so, dass man einfach nur das Personal austauscht, was im Grunde genommen ja schnellstmöglich durchzuführen wäre. Ohhhhhhhhhh nein!!!! Es werden die Kassen-Inlays ausgetauscht, Nummer eingetippt, Karten durchgezogen, Zettel unterschrieben, Kassenrollen ausgetauscht. Aber macht ja nix, ich hab ja Zeit und noch die linken Regalseite zu beäugen.

Von dort lächelt einen das Tabakparadies entgegen: Egal ob Roth-Händle, Lucky Strike, Camel, Ernte 23, Gauloise in allen Farben, Marlboro, egal ob in Light oder der Männerversion, mit Filter ohne Filter, Slimline oder doch krass fett, Raucher haben es echt nicht leicht bei dieser Auswahl den richtigen Lungenasphaltierer zu finden.

Wenn der Gemüseflirt vorbeizieht


"Jetzt aber mal Vollgas du olle Kassierbratze, an der Kasse nebenan ist die schnuggelige Brünette mit der ich schon in der Gemüseabteilung zwischen Gurken und Eisbergsalat geflirtet habe." Es könnte alles so schön sein, würde es das Santiago'sche Gesetz nicht geben. Denn während der Warenscanner beim Kunden zuvor noch reibungslos funktioniert hat, gibt er nun keinen Mucks mehr von sich - kein Pieps, kein Zisch, kein Düdeldü oder sonst ein Geräusch, welches von der fehlerfreien Funktion der Apparatur zeugt.

Ein erster Griff der Kassierin geht zum Glasreiniger und Tempotaschentuch - wohin auch sonst, aber niente. Der Scanner glänzt wie ein frischgewachster Babypopo, aber piepsen tut er nicht. Also, runterfahren die Kacke und nochmal rebooten. Schnuggel ist mittlerweile an der anderen Kasse schon fertig und wirft mir noch mal ein süßes Lächeln zu und entschwindet dann. Werde ich sie jemals wiedersehen?

Es kommt, wie es kommen muss

Ich werde aus meine Gedanken vom heißersehnten Piepsen des Scanners gerissen, der endlich funktioniert und den Einkauf in Kürze beenden lässt. Natürlich muss dann kurz vor der Ankunft am Auto der Riemen der Plastiktüte reißen,was zur Folge hat, dass sich meine Äpfel der Sorte Pink Lady über den Parkplatz verteilen und einer natürlich unter dem tiefergelegtesten Auto liegen bleiben muss. Also das eben erworbene Ärmelbügelbrett rausgekramt und fishing for my apple. Nach erfolgreichen apfeln und starten des Motors beginnt nun der Kampf mit dem sozialdarwinistischen Verhalten der Autofahrer auf dem Parkplaz, bei dem jeder Mercedesfahrer denkt, er stünde an der Spitze der automobilisierten Nahrungskette.

Aber mir egal, ich hab zwar nur einen Japaner ,aber dafür Vorfahrt. Eine händische Geste des Mercedesfahrers, die eindeutig nicht als freudiges Abschiedswinken erkannt, lässt mich angesichts meines knurrenden Magens kalt. Es geht nun nach Hause, mit der Erkenntnis, das Gesetz des Santiago trifft irgendwie immer zu.

Danke fürs Reinschauen

1 Kommentar 21.1.10 23:13, kommentieren

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Die Beziehung ist dem Singledasein sein Tod

Mit dem Singledasein ist es ein bisschen wie mit der Schule. Als wir noch Schüler waren, hat es uns total angekotzt und wir konnten es kaum abwarten, die Penne zu verlassen, aber als wir dann das vertraute Klassenzimmer mit all den Kumpels eingetauscht haben gegen ein stickiges Büro mit irgendeinem Erbsenzähler, sehnten wir uns doch alle zurück an die Zeiten, die morgens um 7.50 Uhr begannen und in der wir uns in 45minütigen Abständen von Pause zu Pause hangelten.

Mit dem Singledasein verhält es sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht anders. Zugegeben, nach einer langen Trockenperiode ist der Beginn einer Beziehung was wunderschönes. Man könnte es treffend mit einer Oase in der Wüste vergleichen. Dem Tode schon fast geweiht, genießt man plötzlich die erfrischende und erquickende Wirkung des Wassers und zeigt den, auf den Bäumen wartenden Aasgeiern voller Stolz den Stinkefinger. Aber schon nach einer Weile hat man die Nase voll vom Wasser und hätte vielleicht lieber ein kühles, frische Bier.

Echter Körper statt Pornofilm


Sexuell gesehen ist so eine Beziehung sicherlich schon ein Fortschritt. Der nackte weibliche Körper der sich vor einem Mann sexy auf dem Bettlaken räkelt ist echt und nicht etwa die 2000. Wiederholung von „Feuchte Teenieträume Teil 7“ und sicherlich ist es sowohl für Männer und Frauen äußerst befriedigend und dies im doppelten Sinne, zum Orgasmus zu kommen, ganz ohne Handarbeit.

Der Sex an sich ist allerdings nicht das wirkliche Indiz dafür, nicht mehr Single zu sein. Denn dafür hat uns die Geilheit den One Night Stand erfunden, der bei Männer, die minutenkampfspritzermäßig ihre Spermatozyten gieskannenartig über den gesamten Genpool verteilen, das Selbstvertrauen schüren und bei Frauen dazu führen sich in irgendwelchen Internetportalen darüber auszukotzen wie Scheiße doch die Männer sind, denen sie nach zwei Cocktails die Liebesstelzen geöffnet haben, ohne auch nur den Nachnamen der Typen zu kennen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Rosamunde Pilcher statt Bier mit den Kumpels

Der Verlust des Singledasein zeichnet sich vor allem in einem veränderten Freizeitverhalten ab. Statt einem Bier mit den Kumpels folgt am Samstag auf die Sportschau eine Rosamunde-Pilcher-Schmonzette auf RTL, in der wieder irgendein Horst irgendeiner Inge an irgendeiner Klippe im britischen Cornwall irgendeinen Seitensprung mit irgendeiner Praktikantin in irgendeiner Firma gesteht. Auf Partys wird nicht mehr wild rumgeflirtet und den weiblichen Partygästen in den Ausschnitt geguckt. Man fasst ihnen auch nicht mehr volltrunken an den Hintern und schreit dann „Ein kleiner Grabscher für einen Mann, aber einen Riesenarsch für die Männlichkeit“. Auch mit den Saufspielchen ist es vorbei. Statt Porno-Wodka bis zum Abwinken gibt es Club-Soda bis die Blase platzt. Und die Frau mit der man(n) danach nach Hause geht ist plötzlich immer die selbe, naja.......jedenfalls sollte dies der Fall sein, sonst könnten Schmerzen die Folge sein.

Auch der Inhalt des Kühlschranks könnte durchaus als Beweismittel greifen, dass es in einer Beziehung mit der Selbstbestimmung der Ernährung vorerst ein Ende hat. Statt einem Sixpack mit Bier und einem Dreipack TK-Pizza vom Aldi dominieren nun Sachen wie Mineralwasser, Gemüse und Lightprodukte die Lebensmittelkühlungseinheit. Vorbei die Zeiten, in denen man nachts volltrunken nach Hause wankt und sich dann noch die Pizza vom Vortag in die Micro wuppt, wohlwissend, dass man diese mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wenige Minuten nach dem Genuss neben die Kloschüssel reihert.

Das Erreichen des SSP

Im weiteren Verlauf einer Beziehung ist auch einer Veränderung des Wortlautes und der Klanghöhe zu vernehmen wenn es um Gesprächen mit oder um den Partner oder die Partnerin geht. Solange die rosa Brille auf den Glupschern klebt wird liebevolle gesäuselt was für ein toller Hecht doch das Bärchen, das Schatzi oder der Schnuckiputz doch ist, doch kaum sind die ersten Risse und Kratzer auf der schwul wirkenden Sehhilfe zu bemerken, kommen dann doch eher abfällige Bemerkungen was für ein Arsch der Sack doch sei.

Dies ist dann genau der Punkt, den man in der Psychologie als „SSP“ bezeichnet, den Singledaseins-Sehnsuchts-Punkt. Plötzlich sehnt man sich wieder danach autark zu sein und blickt wehmütig, mit einer Träne im Knopfloch zurück an die glücklichen Zeiten als Single, welche man als Single verflucht hat und nun gerne wieder hätte, denn „Die Beziehung ist dem Singledasein sein Tod“.

 

Danke fürs Reinschauen emotion

1 Kommentar 21.12.09 19:01, kommentieren

Das Bad - Königreich der Frau

Für uns Männer ist es schon immer ein Mysterium gewesen, warum Frauen im Badezimmer so lange brauchen. Wenn man sich aber mal in diesem Raum umsieht, dann sollte es einem sofort klar werden.

Gehen wir mal von einem durchschnittlichen Badezimmer von acht Quadratmeter Größe aus, mit etwa drei Quadratmeter Ablagefläche aus.

Während sich Mann für Zahnbürste, Zahnpasta, Rasierer, After Shave, Kamm und evtl. Haargel mit 30 Quadratzentimetern begnügt, quasi dem gallischen Dorf im Badezimmer, reißt sich Frau den Rest an den Nagel, so wie einst die Römer Europa.

Wenn also eine Frau das Badezimmer ansteuert um sich schick zu machen und Badezimmer und Toilette nicht getrennte Räume sind, dann sollte Mann jetzt prophylaktisch noch mal kacken gehen, denn die nächsten Stunden werden sie es nicht mehr tun können. Warum? Das werde ich nun aufzeichnen.

Der Spiegel-Schock

Das Ganze beginnt mit dem überdimensionalen Spiegel der 80 % der Wand hinterm Waschbecken ausmacht. Wenn ihr eure Freundin mal so richtig schocken wollt, tauscht diesen Spiegel gegen einen vom Jahrmarkt aus, in denen man immer so fett aussieht.

Vor dem Spiegel auf der Waschbeckenablage und auf der Fensterbank dann die ganzen Pflegeutensilien.


Beginnen wir mit den Pflegeartikeln für das Haar. Shampoo und Pflegespülung gehören schon zum guten Ton eines jeden Badezimmers. Ergänzt wird das durch die verschiedensten Haartönungen von Wella Design, angefangen vom profanen Schwarz bis hin zum Mahagoni-Rot. Unterstützung findet diese Farbpalette im Light Reflecting Conditioner für alle Haarfarben und einem speziellen Color Saver Shampoo. Wenn ihr also in rote Flecken in der Duschwanne vorfindet, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass eure Flamme gerade ihre Tage hat.

Um die Haare ihn die richtige Shape zu bringen, lagern im Badezimmer Unmengen von Haarbürsten in verschiedenen Größen und Formen. Dazu noch eine große Kiste mit Lockenwicklern und diesen komischen elastischen Stäben, aus denen wir Männer beim Kacken immer lustige Tiere formen. In der selben Kiste finden wir auch eine beachtliche Sammlung von Haargummis und Haarklammern die aussehen wie ein achtarmiger Octopuss. Abgeschlossen wird die Haarpflege mit Haarspray, Wachs oder Gel.

Rasierst du noch oder waxed du schon?

Der unterhalb des Kopfes befindlichen und in den – Gott sei dank – allermeisten Fällen unerwünschten Körperbehaarung geht es mit Kaltwachsstreifen und dem Epi-Lady an den Kragen. Jeder Mann, der in einem unbeobachteten Moment schon mal so einen Kaltwachsstreifen auf seinem Arm ausprobiert hat, weiß welche Qualen Frau dabei erleiden muss, vor allem in der Bikinizone. Abgerundet wird das alles mit der Pinzette für sachgemäße Entfernung von überflüssigen Augenbrauen. Solltet ihr euch also im Sommer damit mal ne Zecke aus der Achsel gezogen haben, bitte schön abwaschen, also die Pinzette, nicht die Zecke, denn wer weiß, welche fatalen Folgen Insektenreste so nah am Frauenhirn haben können.

Die Körperpflege fängt unter der Dusche mit speziellen Seifen und Duschgels an. Nach dem Abtrocknen steht die Frau vor der schwierigen Wahl zwischen Körperöl im Zerstäuber, von den Franzosen auch kurz als Huile Soyeuse pour le corps bezeichnet und der feuchtigkeitsspendenden!! (nach dem Abtrocknen wohlgemerkt) Body Lotion zum eincremen mit 24 h Nutri-Serum.

Natürlich ist das Ganze dermatologisch getestet, was so viel heißt wie, das arme Ferkel im Versuchslabor hat nach dem einschmieren keinen Ausschlag bekommen. Eigentlich erstaunlich, wenn man sich mal die Liste der Bestandteile durchliest, die auf der Verpackung die halbe Rückseite aufbraucht.

Bombenalarm dank Feuchtigkeitscreme

So eine Lotion beinhaltet u.a. Glycerin, Stearic Acid und mein absoluter Favorit Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde. Mal ehrlich, wenn das irgend so ein Security-Azubi an einem amerikanischen Flughafen mal durchliest, dann schlägt der sofort Bombenalarm und ihr findet euch schneller in Guantanamo wieder, als ihr Hoppsala sagen könnt. Für den längeren Aufenthalt in Kuba verwendet Frau dann Sonnencreme in verschiedenen LSF-Stufen und eine After sun-Lotion gegen das Austrocknen.

Widmen wir uns nun den Make up-Artikeln. Es beginnt mit verschiedenen Gesichtspudern, die von ebenso vielen Pinseln sorgfältig im Gesicht aufgetragen werden. Unterstützung gibt es durch Eyeshadow und Eyeliner, die aussehen wie kleine Pinsel aus dem Kunstunterricht in Klasse 5 b. Dazu kommt noch eine reichliche Auswahl an Wimperntusche und Kajalstiften und nicht zu vergessen – der Lippenstift. Ihn finden wir in siebenfacher Ausführung vor, natürlich in den verschiedensten Farbnuancen, für jeden Wochentag eine. Zwischen all den Kosmetika finden wir auch eine alte, müffelnde und verdorrte Scheibe von der letzten Gurkenmaske.

Eine Tüte voller Düfte

Perfektioniert wird das weibliche Erscheinungsbild durch die richtige Duftnote. In einer kleinen Tüte von Douglas finden wir die unterschiedlichsten Duftproben angefangen bei Chanel über Hilfiger bis hin zu Armani.

Selbstverständlich muss das Zeug auch mal wieder runter. Zu diesem Zwecke gibt es diversen Gesichtswässerchen und spezielle eye-make-up-remover-lotions, die nach Auftragung auf die neben den Spiegel hängenden Wattebäuschen ihrer Aufgabe nachgehen. Und was in stundenlanger filigraner Handarbeit liebevoll aufgetragen wurde, wird mit einem Wisch wieder entfernt. Adieu Make up , bis zum nächsten Mal.

Wenn euch also mal eine Frau bei einem Date warten lässt, weil es beim Schminken wieder länger gedauert hat, vergebt ihr, denn nun wisst ihr, welche entscheidungsreiche Tortur sie hinter sich bringen musste, um gut für euch auszusehen.

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1 Kommentar 10.12.09 19:40, kommentieren

Weihnachtsflirt im Baumarkt

Es ist so an der Zeit, dass man sich selbst eingestehen muss, dass der Sommer in dieser Saison nicht mehr zurückkommen wird. Folgerichtig werden Grill, Sonnenliege, Planschbecken und Bierbankgarnitur in die Garage verfrachtet, denn statt Partyfackeln werden nun die Lichterketten aktiviert.

Ein prüfender Blick in der Werbebeilage des Baumarktes in der Zeitung offenbart nicht nur Lichterketten und Weihnachtskugeln, sondern auch gleich das dazugehörige Aufhängepflänzchen - eine Nordmanntanne für unter 20 Euro,quasi ein Schnäppchen. Zwar ohne grünen Daumen, aber dafür mit umso mehr Elan, geht es also in das X-Mas-Center des Baumarkt meines Vertrauens.

Die längere Suche nach einem Parkplatz und auch die gähnende Leere im Einkaufswagen-Gässlein lässt erahnen, das man nicht der Einzige war, der die Werbebeilage gelesen hat. Als stünde die nächste Sintflut vor der Türe, stapeln sich die weißegäbe es kein Morgen mehr, stapeln sich die um 30 % reduzierten Christbaum-Devotionalien-Kartons mannshoch auf den - unter der Last ächzenden - Einkaufswagen, von denen man nach langer Suche auch noch einen ergattern konnte.

Unfall mit ungeahnten Folgen 


Man ist ja kein Unmensch und die Tanne, die man sich ausgesucht hat, ist auch keine 20 Meter hoch, also begnügt man sich mit drei Kartons Kugeln, die in einer beispielslosen Extrem-Kugel-Bringing-Aktion des Baumarkt-Azubis immer wieder neu aufgestapelten werden.

Und wie das zur Adventszeit so ist, wenn aus den Baumarktbox "Last Christmas" schalmeit und in der Luft liegt der Duft von frischen Maronen und Glühwein, flaniert man Gedankenverloren durch die Weihnachtsabteilung und wirft noch dieses und jenes in den Einkaufswagen.

Bepackt, als würde man das Jesuskind besuchen, versucht man seinen Einkaufswagen, der wie immer vorne rechts ein nicht ganz intaktes Rad hat, so gut wie irgendmöglich durch die Zimmerpflanzenabteilung zu bugsieren, aber einmal nicht aufgepasst und rummmmmmmms.

Schamesröte zwischen den Elefantenfüßen

Nein, man ist natürlich nicht gegen den Ständer mit Fuchsien gedonnert, sondern hat vielmehr eine junge rothaarige Dame an der "Kakteenbar" gerammt, die ihren Halt in eben dieser suchte und das Ganze mit einem "Autsch verflucht" quittierte.

Man spürt ganz deutlich wie einen die Schamesröte ins Gesicht steigt und man am liebsten in den Dschungel aus Bonsais, Benjaminis, Elefantenfüßen und wie das andere Gestrüpp so heißt fliehen möchte.

Natürlich versucht man die Situation zu retten, in dem man mit einem lustigen Spruch das Gespräch sucht, wobei ein "Tut's weh?" nicht gerade der ideale Opener dafür ist. Aber da man nicht nur Schuldiger, sondern auch Gentleman ist, dient man der jungen Dame als Kakteenstachelentferner, welches mit einem anfänglichen Handwegziehen beginnt, aber am Ende doch gerne angenommen wird.

 Ein Kuss der voller Überraschungen steckt

Na also, kaum ein Wort gesprochen und schon der erste Körperkontakt - die Hormone tanzen Macarena, die Synapsen Polonäse. Nach der Entfernung des siebten und letzten Stachels rate ich der jungen Dame, die sich mittlerweile von ihrer netten Seite zeigt, von einem Kauf dieser Kaktee abzusehen, da sie ja keine Stacheln mehr hat. Ein kleiner Scherz am Rande, der mit einem Lachen quittiert wird. Selbiges ist kaum verklungen, da kommt eine ebenso junge, nicht minder attraktive Dame - diesmal blond - des Wegs.

"Was hast du denn schon wieder angestelt?". Eine Frage die eindeutig nicht mir, sondern eher der Rothaarigen galt. Nach kurzer Erklärung der Sachlage kam von Blondie nur: "Du weißt doch, das du mit Männer nix anfangen kannst" gefolgt von einem Kuss voll auf die Lippen. Inmitten von Grünzeugs im Baumarkt kam ich mir plötzlich vor wie auf der Insel Lesbos. Die Hormone stellten das Tanzen ein und auch die Synapsen gingen wieder ihren ursprünglichen Aufgabe nach. Ein kurzes Lächeln noch, dann zogen sie von dannen und ließen mich allein - mich und meine 1,80m Nordmanntanne.

Die steht nun glücklich, frisch geschmückt und verziert im Wohnzimmer und ich steh daneben, alleine, mit klebrigen Fingern und einer Tasse Glühwein. Merry X-Mas.


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1 Kommentar 8.12.09 11:59, kommentieren

Shopping - Welcome to hell

Für den Mann beginnt die Hölle auf Erden mit fünf Worten seiner Partnerin – „Schatz, ich habe nichts anzuziehen“. Sollte ihr Boss schon lange mal von ihnen Überstunden gefordert haben, dies ist der richtige Zeitpunkt für längere Zeiten im Büro. Haben sie schon länger ihre Oma im Altersheim nicht besucht? Jetzt sollten sie es tun? Die Steuererklärung der letzten drei Jahren – jetzt könnten sie das endlich mal erledigen.  

Sollten sie keine Überstunden machen können, ihre Oma schon längst tot sein und auch die Steuererklärungen schon längst beim Finanzamt liegen – tja, dann sind sie echt gearscht.  

All das ist ein Riesenspaß im Vergleich zu dem, was ihnen bei Shopping mit ihrer Partnerin bevorsteht. Auch ein „Schatz, du hast doch erst vor zwei Wochen dieses neue Kleid gekauft, darin siehst du einfach wahnsinnig aus und die neuen Schuhen passen perfekt dazu“, hilft ihnen nun nicht mehr aus der Patsche.

Shopping ist wie Sex 


Männer und Frauen haben eine völlige unterschiedliche Auffassung von Shopping. Es ist vergleichbar mit Sex. Für Männer gilt: Schnell rein, Zeug erledigen und schnell wieder raus. Frauen hingegen, fühlen sich erst nach Stunden so richtig befriedigt. Es ist für sie wie eine Droge, deren Rausch erst mit der Zeit kommt und damit endet, das er aussieht wie ein vollgepacktes peruanisches Alpaka, sie ein Lächeln von Ohrring zu Ohrring trägt und er hofft, das ihm morgen beim Tanken nicht die Kreditkarte zerschnitten wird.

Wenn Männer einkaufen, dann ist das ein planvolles Unterfangen. Detailiert wird aufgeschrieben, was eingekauft werden muss, der schnellstmögliche Weg wird aufgezeichnet und schon Tage vorher wird beobachtet, bei welcher Kassiererin die Schlange am schnellsten abgearbeitet wird. Die Rollen des Einkaufswagen werden vorher geölt und damit ja nix schiefgeht, werden diese vorher noch einmal gut festgeschraubt. Es darf nichts Unvorhergesehenes passieren, was den Aufenthalt auch nur Ansatzweise verlängern könnte.

Frauen sind das krasse Gegenteil. Sie wissen nicht was sie brauchen, nur das sie was wollen. Also fängt man von vorne an und arbeitet sich langsam bis zum letzten Laden in der Shoppingmeile.

Die Frau beginnt normalerweise mit der Parfümerie. Hier sollte man entweder eine gute Lunge oder eine Gasmaske aus dem Army-Shop haben.

Atemnot in der Parfüm-Abteilung 


Haben sie sich schon einmal gefragt, warum Frauen immer mit kurz- oder weitärmeligen Sachen in eine Parfümerie gehen? Die Erklärung ist ganz einfach: Jeder einzelne Quadratzentimeter Haut wird für Duftproben benötigt. Unter 17 Probespritzern verlässt eine Frau niemals eine Parfümerie, es wäre reine Zeit- und Hautverschwendung. Wenn Mann mit schwerer Atemnot, umhüllt von einer Duftwolke aus Dutzenden von Frauendüften, sehnsüchtig Richtung Ausgang blickt, die Gesichtsfarbe schon einen leicht bläulichen Ton bekommt, kalter Schweiß auf der Stirn steht und auch der Magen sich schon das ein oder andere Mal umgedreht hat, dann, genau dann ist der Moment gekommen, wo sich Frau im Paradies fühlt.

 Wenn sie in diesem Moment mal so richtig pupsen müssen und der Meinung sind, das ihr kleiner leiser Schleicher in dem Nebelschleier von Dior, Chanel, Dolce & Gabbana, Armani & Co. untergehen wird – vergessen sie es. Wie eine Regenwolke im britischen Herbst fallen alle Gerüche zu Boden und nur noch ihre Duftnote regiert den Raum.

Das hätte zur Folge, das alles noch einmal von vorne losgeht. Wenn ihnen also ihr Leben lieb ist, kneifen sie ihren Arsch zusammen, als würde hinter ihnen eine Horde schwuler Matrosen nach sieben Monaten auf See stehen.

Nachdem sie aus der Parfümerie verduftet sind, fängt ihre Qual erst an, denn jetzt geht es zum Kleiderkauf.

 "Wie sehe ich aus?" Jetzt nur nichts falsch machen


Da Männer bekanntlich keinen Modegeschmack haben, greifen sie zum Erstbesten was ihnen passt, gehen zur Kasse, bezahlen und gehen. Frauen ticken da anders. Während sie damit beschäftigt ist, den halben Laden leerzuräumen, dürfen sie schon einmal die Umkleidekabine besetzen. Sie sollten diese Zeit der Ruhe nutzen, sie werden in den nächsten Stunden nicht all soviel davon haben.

Erfahrungsgemäß kommen Frauen immer mit ungefähr einem Dutzend Teilen mehr an, als sie in die Umkleidekabine nehmen dürfen, sie sollten deswegen schon einmal die Butlerstellung einnehmen.

Für den Tipp, den ich ihnen jetzt gebe, werden sie mir eines Tages noch einmal dankbar sein. Wenn ihre Partnerin aus der Umkleidekabine kommt, sich vor dem Spiegel dreht wie ein Figur auf einer Spieluhr und sie dann fragt: „Wie sehe ich aus?“ antworten sie nicht sofort. Eine sofortige Antwort würde als Lüge aufgefasst werden. Werfen sie ihrer Partnerin einen prüfenden Blick zu, bitten sie sie, sich noch einmal zu drehen, machen sie mit ihrem Kopf ein paar wertende Bewegungen und dann sagen sie: „Ich finde, du siehst darin fantastisch aus“.

Die Hölle beginnt im Schuhladen

Prägen sie sich diesen letzten Satz sehr gut ein. Selbst wenn ihre Holde in dem Kleid aussieht wie ein aufgeblähtes Schneehuhn oder das Michelin-Männchen, sagen sie einfach: „Ich finde du siehst darin fantastisch aus“. Der Klamottenkauf wird dadurch zwar nicht zeitsparender, aber nervenschonender. Sie können davon ausgehen, das sich Frauen nach drei Stunden des Kleider anprobierens immer für das erste Kleid im ersten Laden entscheiden werden.

Wenn sie glauben, das sie schon in Hölle sind – weit gefehlt, sie befinden sich gerade mal im Vestibül. Die Tore zur Hölle betreten sie mit dem Eingang des Schuhladens. Hier riecht es nicht nach Pech und Schwefel, sondern nach Leder und Käsefüße.

 Worin der Unterschied zwischen Klamotten- und Schuhekauf ist? Klamotten müssen zum Körper passen, Schuhe müssen zum Körper und zum Kleid passen. Eine Variable mehr, die befriedigt werden muss.

Wenn sie schlau waren, dann haben sie sich eine Thermoskanne mit Kaffee und etwas zum Lesen mitgenommen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dieses hervorzuholen, denn sie werden Zeit haben, viel Zeit.

Einfach der Duftwolke nach 


Auch beim Schuhkauf gilt. Behalten sie ihre Meinung für sich und loben sie die Frau für ihren guten Geschmack. Es wird dadurch nicht kürzer, aber schmerzloser. Und denken sie ja nicht dran, sich mit dem Schuhlöffel die Kimme zu kratzen, Fußpilz an den Hämorrhiden ist kein schöner Anblick.


Machen sie lieber etwas Krafttraining, powern sie ihre Muckies, denn es werden jetzt mindestens drei Tüten dazu kommen. Ach ja, sollten sie ihre Partnerin mal kurzzeitig aus den Augen verlieren, folgen sie einfach der Duftwolke.

Wenn sie wider Erwarten einen kurzen Zwischenstopp zur Essensaufnahme einlegen und großen Hunger haben, bestellen sie für beide mit, die Leute am Nachbartisch würden auch gerne binnen der nächsten 15 Minuten ihren Bestellung aufgeben. Kauen sie langsam, versuchen sie Zeit zu schinden.

Wenn sie schlau waren, habe sie nur den Minimalbetrag in die Parkuhr gesteckt. Überzeugen sie ihre Partnerin davon, jetzt besser den Endspurt einzulegen, bevor die Parkuhr abläuft, der Wagen abgeschleppt wird und man mit den vielen schönen neuen Sachen im Regen nach Hause laufen muss. Denn während Frauen in der Einkaufsmeile über eine beneidenswerte Kondition verfügen, so schwindet dieses sofort mit dem Verlassen.

Es gibt Lösungen

Wenn sie nach unzähligen Stunden der Pein, Qual und des Leidens endlich wieder nach Hause gekommen sind, glauben sie nicht, das ihnen ihre Partnerin aus Dankbarkeit etwas zu Essen macht. Nach dem sie die Tüten auf das Bett geworfen hat, wird sie ihr erster Weg zum Telefon führen, schließlich muss die beste Freundin über die neuesten Errungenschaften in Kenntnis gesetzt werden.

Bestellen sie sich am besten jetzt eine Pizza beim Lieferservice, holen sich ein Bier aus dem Kühlschrank und mit etwas Glück läuft noch die letzte halbe Stunde der Sportschau.

Und wenn ihre Partnerin das nächste Mal sagt: „Schatz, ich habe nix anzuziehen“, suchen sie sich einen Zweitjob, erfinden sie eine totkranke Tante oder helfen sie ihrem blöden Nachbarn bei der Steuererklärung.

Danke fürs Reinschauen

1 Kommentar 7.12.09 21:28, kommentieren